Inhaltsverzeichnis:
Ausgangssituation der GS Dehme
Konzept der Schulgelände-Gestaltung
Die Umsetzung des Schulgeländeplans
Das Schulgelände als Bewegungsraum
Teichsanierung
Niedrigseilgarten
AUSGANGSSITUATION DER GS DEHME
Das Projekt »Naturnahe Schulgelände-gestaltung« wurde im Zeitraum von 1996 bis 1998 geplant und ab April 1998 praktisch umgesetzt.
Das bisherige Gelände und der Schulhof waren bis auf Teilbereiche den Kriterien Pflegeleichtigkeit und Funktionalität untergeordnet. Die Asphaltierung der größten Fläche vermittelte eine eher bedrückende als anregende Atmosphäre und lud als Gesamtheit nicht oder nur bedingt zum phantasievollen und kreativen Spielen, Bewegen und Experimentieren ein.
Durch mangelnde Wahrnehmungs- und Bewegungsanreize wurden Aggressionen und Rücksichtslosigkeit oft noch verstärkt.
Die Wahrscheinlichkeit von Pausenunfällen auf scheinbar »ungefährlichen« asphaltierten Schulhöfen ist nach Statistiken der Gemeindeunfall – Versicherungen größer als auf naturnahen und vielfältig gestalteten Außengeländen.
DIe o.a. Gründe sowie die Tatsache, dass durch den Bau einer Schallschutzwand 1997 ein akuter Handlungsbedarf entstanden war, führten zu dem Schulkonferenz - Beschluss, eine grundlegende Neuplanung und Gestaltung als naturnahe Schulgeländegestaltung durchzuführen.
Große Teile des Gehölzstreifens (vor dem Bau der Schallschutzwand war dies die Abgrenzung zur B 61) waren durch die Baumaßnahme zerstört und der Schulhof so verkleinert worden.
Weiter ist auch aus ökologischer Sicht ein Schulgelände ohne reichhaltige, heimische Bepflanzung und Artenvielfalt heute nicht mehr tragbar. Ein besonderer Aspekt muss die Sensibilisierung für das Wahrnehmen jahreszeitlicher Veränderungen in der Natur sein, da viele Kinder (auch im »Dorf« Dehme) durch die Wohnverhältnisse und Lebensgewohnheiten nur noch wenig Erfahrungen im Bereich der belebten Natur machen.
KONZEPT DER SCHULGELÄNDEGESTALTUNG

- Oktober 1998

- Mai 1998

- September 1998

- Mai 1998
Die in der Ausgangssituation angeführten Voraussetzungen, räumliche Bedingungen, die Berücksichtigung der Ziele einer naturnahen Schulgeländegestaltung sowie die Schaffung von Chancen für partizipatives und flexibles Handeln werden im Gesamtkonzept für die Schulgeländegestaltung der GS Dehme gebündelt.
Das räumliche Konzept für die Schulgeländegestaltung der Grundschule Dehme ist in 10 Teilbereiche) gegliedert, die ursprünglich unabhängig voneinander, sukzessive, den jeweiligen Bedingungen entsprechend umgesetzt werden sollten (Schulkonferenzbeschluss).
Ideen für einzelne Elemente basieren auf einer Befragung der Schülerinnen und Schüler. In der Umfrage wurden folgende Punkte abgefragt:
- Welche Aktivitäten sind Dir auf dem Schulgelände wichtig?
- Was findest Du gut am Schulgelände? Was soll so bleiben?
- Was sind Deine Lieblingsplätze?
- Was stört Dich besonders am Schulgelände? Was findest Du unangenehm?
Die Maßnahmen wurden jeweils in Kooperation von Schule, d.h. Kollegium, Eltern und Kindern, Hausmeister, mit Ämtern des Schulträgers, Vereinen des Ortsteils Dehme, Akademie für berufliche Bildung (AfB), Firmen und Institutionen durchgeführt.
Durch den Arbeitseinsatz der Teilnehmer an einer Qualifizierungsmaßnahme zum Gartenarbeiter (AfB) konnte das Projekt sehr viel schneller umgesetzt werden als anfänglich gedacht.
Trotzdem gelang es, die ursprüngliche Konzeption beizubehalten und Kinder, Eltern und Kollegium in allen Bauphasen zu beteiligen, z.B. in Projektwochen, oder in Arbeitsaktionen am Wochenende.
Die Kinder wurden auch in »normalen« Unterrichtswochen in die Umgestaltungsarbeiten integriert; d.h. der Unterricht wurde in allen Klassen so offen und flexibel geplant und durchgeführt, dass immer wieder Kindergruppen draußen zielgerichtet mitarbeiten konnten:
- Gehölzstreifen entrümpeln und auslichten
- Schotter ausheben
- Rindenmulchwege anlegen
- Rollrasen verlegen
- Bäume, Sträucher und Stauden pflanzen
- Kartoffeln pflanzen, pflegen, ernten; später dann Auswiegen und Verkaufen von Schulhofkartoffeln auf dem Ökomarkt in Bad Oeynhausen
- Ideen für Pausenspiele entwickeln und draußen umsetzen
- Getreidefeld anlegen
- Bestimmungsbuch für Bäume und Sträucher des Schulgeländes entwickeln und Bestimmungstafeln aufstellen
- Vogeltränken bauen und Pflege derselben
- Skulpturen aus Ytong-Steinen für das Schulgelände herstellen
- Erstellen eines großen Klangelementes
- Mosaikplatten herstellen, die draußen in die Entwässerungsrinne mit eingebaut werden
- Lehmnistwand für Solitärbienen und –wespen errichten
Das Ergebnis dieses Planungs- und Gestaltungsprozesses führte zu einer Identifikation mit der eigenen Lebensumwelt und Verantwortungsübernahme für diese. Das gemeinschaftliche Planen, Bauen und Nutzen verbesserte das Miteinander an der Schule.
WIE SIE SPIELEN UND LERNEN, SO WERDEN SIE! (H.Benjes)
DIE UMSETZUNG DES SCHULGELÄNDEPLANS
DAS SCHULGELÄNDE ALS BEWEGUNGSRAUM
Bildergalerie mit Bilddarstellungen zu:
Bewegungsmöglichkeiten auf dem Schulgelände an: „festen Stationen“ Bewegungsmöglichkeiten auf dem Schulgelände an: „mobilen Stationen“
Weitere Gestaltungselemente
Völkerball, Basketball, Tischtennis, Hüpfspiele, Weitsprung, Turnen, Klettern, Sinneserfahrungen, „Budenbau“ mit „Bewacher“, Klettern und Rutschen, Koordination/Gleichgewicht, Das Kletternetz, Das Schaukelelement, Abenteuerläufe, „Bolzwiese“, „Erschwertes Balancieren“, Weidentunnel und –iglu, „Besprechungszimmer“, „Buden“, Ruhezonen,
TEICHSANIERUNG

Der Schulteich im Frühjahr 2003.
Die Kinder der dritten Klassen erkunden unter Anleitung der Diplombiologin Frau Gößling welche Tiere im Teich leben.

Viele verschiedene Tiere werden gefunden: Wasserasseln, Teichmolche, Libellenlarven, Rückenschwimmer, Wasserskorpion, Wasserläufer, Kaulquappen, Wasserschnecken, ......

Die Teichfolie war im Laufe der Jahre undicht geworden. Der Teich drohte auszutrocknen. Deshalb begannen wir im Herbst 2003 mit einer umfassenden Teichsanierung. Dies wurde durch die Förderung im Gelsenwasserprojekt möglich.
Im Februar 2004 konnte die neue Folie eingebracht werden. Die erweiterten Flachwasserzonen sind deutlich zu erkennen. Im renovierten Bauwagen finden die Arbeitsmaterialien und Anschauungsmittel ihren Platz.

Im März 2004 werden die Kopfstege angelegt. Von hier aus können die Kinder beim Tümpeln auch die tieferen Wasserzonen mit den Käschern erreichen.

Ende März 2004 wird mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Dehme das Wasser eingefüllt.
Schläuche müssen vom Hydranten an der Dehmer Straße etwa 200 Meter weit ausgelegt werden.

Die Kinder dürfen selbst das Wasser einlaufen lassen. Bis zum unteren Rand der Flachwasserzone sind es etwa 15000 Liter.

Im Juni 2004 findet die gemeinsame Lehrerfortbildung der 4 Netzwerkschulen im Biotop »Fuchsloch« im Wiehengebirge statt. Lehrerinnen und Lehrer erwerben das »Knowhow« für die Arbeit mit den Kindern.

Im Juli 2004 haben sich bereits wieder viele Tierarten angesiedelt.
Die Kinder des 4. Schuljahres bestimmen die Artenvielfalt und fertigen erste Zeichnungen für das schuleigene Bestimmungsbuch »Tiere im Teich« an.
BAU EINES NIEDIGSEILGARTENS 2009
Schritt für Schritt.... zum naturnahen und kindgerechten Schulgelände
Seit 2002 sind viele kleinere Bauvorhaben durchgeführt worden, z.B. der Bau der Lehmhäuser, die Erneuerung des Teiches, eine Insekten – Nistwand, Weidentunnel / Weideniglu, Hochbeete, ein Blockhaus für den Unterricht draußen, ein Unterrichtsplatz am Teich und natürlich auch verschiedene Erneuerungsarbeiten. So wird jede neue Schüler- und Elterngeneration in das Konzept einbezogen.
In einer Auswertung der registrierten Unfallgeschehen des GUVV von 2007 wird deutlich, dass die Unfallhäufigkeit im Außenbereich mit 16 % deutlich unter der Häufigkeit in der Schulform Grundschule in Westfalen-Lippe liegt. Dies scheint ein Beleg für die Präventionswirkung der naturnahen Schulgeländegestaltung zu sein.
Bisher fehlten auf dem Schulgelände jedoch attraktive Klettermöglichkeiten, da das Klettern auf Bäume aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt ist. Die vorhandene kleine Boulderwand reicht für das Kletterbedürfnis der Kinder nicht aus.
Dieses Problem wurde von den Vertreterinnen und Vertretern der Klassenräte in der gemeinsamen Konferenz mit der Schulleitung im Februar 2009 zum wiederholten Male kritisiert. Es war also Handlungsbedarf gegeben, um den natürlichen Bewegungswünschen der Kinder zu entsprechen.
Nach einer Informations- und Recherchephase entstand die Idee des Niedrigseilgartens.
Nachdem alle Klassen in den Klassenräten darüber diskutiert und dem Vorhaben zugestimmt hatten, fasste die Schulkonferenz den Beschluss, dieses Projekt durchzuführen.
Der Niedrigseilgarten sollte in das bestehende Schulgelände integriert werden und dabei die Wege der Kinder aufnehmen. Es sollte nach Möglichkeit kein vorgefertigtes Baumaterial benutzt werden.
Mit dem Gebäudemanagement der Stadt Bad Oeynhausen wurde geklärt, dass der Niedrigseilgarten als erweiterndes Element des Schulgeländes gebaut wird, und dass der Kletterparcours in die Liste der jährlich zu überprüfenden Spielplatz – Objekte aufgenommen wird.
Kooperationspartner für das Bauprojekt war der Verein »Ideenwerkstatt Lebenstraum«.
Finanzierung:
- Förderverein der Grundschule Dehme
- Stadtsparkasse Bad Oeynhausen
- Vereinsring Dehme
- Cemex Transportbeton
- Unterstützung durch Eltern
- Ehrenamtliche Mitarbeiter
Durchführung:
Die Planungs- und Organisationsphase fand in der Zeit von Juni bis September 2009 statt in Kooperation mit Eltern, Kollegium, »Ideenwerkstatt Lebenstraum«, den beteiligten Ämtern der Stadt Bad Oeynhausen, dem Forstamt für den Kreis Minden – Lübbecke, der Jugendfeuerwehr Dehme und anderen beteiligten Stellen.
Zeitlicher Ablauf der Durchführung:
Dienstag, 15.09.09, ab 17.00 Uhr:
Bauaktion mit Eltern und LehrerInnen
In dieser Aktion werden die Fundamente gegraben und die Pfosten gesetzt. Diese Arbeiten sind so schwer, dass sie für die Kinder allein nicht machbar wären.
Mittwoch,16.09.09, ab 8.00 Uhr:
Bauaktion mit den Klassen 3 und 4 sowie ab mittags mit den Kindern der OGS
Freitag, 18.09.09, 9.45 Uhr:
Einweihung und Spielfest mit allen Beteiligten
Evaluation:
Nach den Herbstferien wurde der Niedrigseilgarten in den Klassenräten erneut thematisiert. Die Rückmeldungen ergeben eine deutliche Zufriedenheit der Kinder mit dem Erreichten.
Die Klasse 4 hat folgende Regeln vorgeschlagen:
- Nur 1 Kind auf dem Seilabschnitt
- Kletterrichtung
- Vorfahrt beachten
- Seitenausstieg darf benutzt werden
- Nicht hüpfen oder schaukeln
- Nicht vordrängeln
- Nicht auf die Pfosten klettern
- Nicht parken
Die Regeln werden zur Zeit erprobt. In der nächsten Klassenräte – Sitzung mit der Schulleitung werden sie diskutiert, geprüft und eventuell verändert.










































































































